Die meisten Unternehmer sehen ihre eigene Website so gut wie nie, schon gar nicht so, wie ein neuer Kunde sie sieht: auf dem Handy, ungeduldig, mit drei offenen Konkurrenz-Tabs daneben. Dabei lässt sich mit einfachen Mitteln in rund 30 Minuten prüfen, ob eine Seite ihren Job macht oder still Anfragen kostet. Hier sind die sechs Prüffelder, die ich auch in meinen professionellen Website-Checks durchgehe, so aufbereitet, dass Sie sie selbst anwenden können.
Das Wichtigste in Kürze
- Sechs Prüffelder reichen für eine ehrliche Bestandsaufnahme: Mobildarstellung, Ladezeit, Sicherheit, Datenschutz, Inhalte und Auffindbarkeit
- Die wichtigsten Werkzeuge sind kostenlos: Ihr eigenes Smartphone, der Browser und eine Suchmaschine
- Datenschutz-Fehler sind die gefährlichste Kategorie, weil sie abmahnfähig sind, nicht nur unschön
- Prüfen Sie immer aus Kundensicht: Findet ein Fremder in zehn Sekunden heraus, was Sie anbieten und wie er Sie erreicht?
- Wer nach dem Selbst-Check tiefer gehen will, kann die Seite kostenlos von mir durchprüfen lassen
Prüffeld 1: Mobildarstellung
Der Großteil der Besucher kommt heute über das Smartphone, also beginnt der Check dort. Öffnen Sie Ihre Website auf dem Handy und gehen Sie jede wichtige Seite durch, nicht nur die Startseite. Achten Sie auf abgeschnittene Texte, Elemente, die über den Bildschirmrand ragen, horizontales Wackeln beim Scrollen und Schrift, die man ohne Zoomen nicht lesen kann. Testen Sie auch das Kontaktformular und die Telefonnummer: Ein Fingertipp auf die Nummer sollte direkt die Anruffunktion öffnen, statt nur als eingefärbter Text ohne Funktion dazustehen.
Ein zweiter, oft übersehener Test: Drehen Sie das Handy quer und wieder zurück. Manche Baukasten-Themes verrutschen dabei, Menüs bleiben offen stehen oder Buttons wandern übereinander. Prüfen Sie außerdem das Hauptmenü: Lässt es sich mit einer Hand bedienen, oder muss man mit zwei Fingern zoomen, um den richtigen Menüpunkt zu treffen? Kleine Tippflächen unter etwa 44 mal 44 Pixel sind ein häufiger, aber leicht behebbarer Fehler.
Prüffeld 2: Ladezeit
Jede Sekunde Ladezeit kostet Besucher, besonders im Mobilfunknetz unterwegs. Rufen Sie die Seite einmal mit schwacher Verbindung auf, etwa im mobilen Netz statt im heimischen WLAN, und zählen Sie mit: Erscheint der wichtigste Inhalt innerhalb von zwei bis drei Sekunden, ist alles in Ordnung. Häufigste Bremsen sind riesige, unkomprimierte Fotos direkt von der Kamera, überladene Baukasten-Themes mit Dutzenden ungenutzten Funktionen und zu viele Plugins, die sich gegenseitig ausbremsen.
Ein einfacher Eigen-Test ohne Werkzeug: Öffnen Sie die Startseite und beobachten Sie, in welcher Reihenfolge die Elemente erscheinen. Baut sich zuerst der Text auf und ruckeln danach die Bilder nach, springt oft der ganze Text nach unten, sobald das Bild geladen ist, ein Effekt, der Besucher beim Lesen aus dem Konzept bringt. Was die technischen Messwerte im Detail bedeuten und welche davon für Ihre Platzierung wirklich zählen, erkläre ich im Beitrag Was der PageSpeed-Score wirklich aussagt.
Prüffeld 3: Sicherheit
Drei Dinge kann jeder ohne Technikwissen prüfen. Erstens: Beginnt die Adresse mit https und zeigt der Browser ein Schloss-Symbol? Ohne SSL-Verschlüsselung warnen moderne Browser Ihre Besucher aktiv vor der Seite, was gerade bei Kontakt- oder Bestellformularen sofort Vertrauen kostet. Zweitens: Erreicht man die Seite sowohl mit als auch ohne www, und landet man immer auf derselben Variante? Zeigt der Browser dagegen wechselnd unterschiedliche Adressen an, deutet das auf eine fehlende Weiterleitung hin, die auch Suchmaschinen verwirrt.
Drittens, bei WordPress-Seiten: Sind System, Theme und Plugins aktuell? Das lässt sich im Admin-Bereich unter „Aktualisierungen“ auf einen Blick sehen. Veraltete Erweiterungen sind das mit Abstand häufigste Einfallstor für automatisierte Angriffe, weil die Sicherheitslücken bekannter, längst gepatchter Versionen öffentlich dokumentiert sind und von Bots systematisch abgesucht werden. Wie diese Angriffe technisch ablaufen, zeige ich im Beitrag Wie Hacker WordPress angreifen ausführlich.
Prüffeld 4: Datenschutz
Das ist die Kategorie mit dem größten rechtlichen Risiko, denn hier drohen keine Schönheitsfehler, sondern Abmahnungen. Prüfen Sie: Gibt es ein vollständiges Impressum und eine Datenschutzerklärung, die zu den tatsächlich eingesetzten Diensten passt? Lädt die Seite Schriften oder Skripte von US-Servern? Läuft ein Tracking-Dienst ohne saubere Einwilligung? Ein einfacher Test: Öffnen Sie die Seite in einem privaten Browserfenster. Erscheint ein Cookie-Banner, obwohl die Seite eigentlich nur Ihre Leistungen vorstellt, lohnt sich die Frage, wofür die Cookies überhaupt gut sein sollen und ob die Website nicht auch ganz ohne sie funktionieren würde.
Ein weiterer Punkt, den viele übersehen: Prüfen Sie das Kontaktformular selbst mit einer Testnachricht. Kommt eine Bestätigung an, landet die Nachricht tatsächlich im richtigen Postfach, und wird sie dabei verschlüsselt übertragen? Formulare, die seit Jahren nicht mehr getestet wurden, sind erstaunlich oft kaputt, ohne dass es jemandem auffällt, schlicht weil niemand regelmäßig eine eigene Anfrage stellt.
Prüffeld 5: Inhalte und Kundensicht
Jetzt kommt der Teil, den kein Tool messen kann. Bitten Sie jemanden, der Ihr Unternehmen nicht kennt, die Startseite zehn Sekunden anzusehen und dann drei Fragen zu beantworten:
- Was bietet dieses Unternehmen an, und für wen?
- Wo sitzt es, und welches Gebiet bedient es?
- Wie nehme ich am schnellsten Kontakt auf?
Scheitert eine der drei Antworten, verlieren Sie Interessenten, ganz gleich wie schön das Design ist. Prüfen Sie außerdem die Aktualität: Steht im Footer noch eine alte Jahreszahl, werben Sie mit einer Aktion von vorletztem Jahr, fehlen aktuelle Referenzen? Veraltete Inhalte signalisieren Besuchern, dass vielleicht auch der Betrieb nicht mehr aktiv ist.
Prüffeld 6: Auffindbarkeit
Zum Schluss die Frage, ob Sie überhaupt gefunden werden. Suchen Sie zuerst nach Ihrem Firmennamen: Ihre Website sollte auf Platz eins stehen. Suchen Sie dann nach Ihrer Leistung plus Ort, etwa „Malerbetrieb Lichtenberg“, und schauen Sie, ob und wo Sie auftauchen. Prüfen Sie mit der Eingabe „site:ihre-domain.de“ in der Suchmaschine, welche Ihrer Seiten überhaupt im Index sind. Taucht dort fast nichts auf, liegt ein grundlegendes Problem vor, dessen häufigste Ursachen ich im Beitrag Warum Ihre Website nicht in Google auftaucht beschreibe.
Der Blick von außen: Wettbewerb und Referenzen
Ein Prüffeld, das über die sechs technischen Punkte hinausgeht, aber genauso wichtig ist: der direkte Vergleich mit dem Wettbewerb. Suchen Sie nach Ihrer Leistung plus Ort, öffnen Sie die drei bis fünf Websites, die dort erscheinen, und vergleichen Sie nüchtern: Wirken diese Seiten aktueller, schneller, vertrauenswürdiger als Ihre eigene? Zeigen sie Referenzen mit echten Namen, während Ihre Seite noch anonyme Kundenzitate ohne Nachweis verwendet? Dieser Außenblick relativiert oft, was intern als „gut genug“ gilt, denn Besucher vergleichen nicht Ihre Website mit ihrem eigenen Idealbild, sondern mit den zwei oder drei anderen Tabs, die parallel offen sind.
Und was passiert mit den Ergebnissen?
Notieren Sie bei jedem Prüffeld ehrlich: in Ordnung, verbesserungswürdig oder Problem. Kleinigkeiten wie ein veralteter Text sind schnell selbst behoben. Bei strukturellen Punkten, etwa Ladezeit, Sicherheit oder Datenschutz, lohnt sich der Blick vom Fachmann, bevor Geld in Einzelmaßnahmen fließt. Steht ohnehin ein größerer Umbau an, hilft meine Relaunch-Checkliste bei der Planung.
Fazit
Eine halbe Stunde ehrlicher Selbst-Check zeigt mehr über den Zustand Ihrer Website als jedes Bauchgefühl. Die sechs Prüffelder decken genau die Punkte ab, an denen Seiten in der Praxis Anfragen verlieren: Handy, Tempo, Sicherheit, Datenschutz, Inhalte und Auffindbarkeit. Wenn Sie es genauer wissen wollen, übernehme ich das gern: Beim kostenlosen Website-Check prüfe ich Ihre Seite in allen sechs Feldern und Sie bekommen innerhalb von 48 Stunden einen verständlichen Bericht, ohne Verkaufsdruck und ohne Fachchinesisch.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich meine Website prüfen?
Einmal im Quartal reicht für den Selbst-Check mit den sechs Prüffeldern, zusätzlich immer nach größeren Änderungen an der Seite. Sicherheit ist die Ausnahme: Updates von System und Plugins sollten laufend eingespielt werden, nicht quartalsweise. Im Mietmodell übernehme ich diese laufende Pflege komplett.
Welche kostenlosen Werkzeuge brauche ich für den Selbst-Check?
Im Kern nur Ihr Smartphone, einen Browser mit privatem Fenster und eine Suchmaschine. Damit lassen sich Mobildarstellung, gefühlte Ladezeit, SSL, Cookie-Verhalten und Auffindbarkeit bereits solide beurteilen. Messwerkzeuge für Ladezeit und Technik liefern zusätzliche Details, sind für die erste Bestandsaufnahme aber nicht zwingend.
Was ist der häufigste Fehler, den Sie bei Website-Checks finden?
Ganz vorn liegen Datenschutz-Probleme: extern geladene Schriften, Tracking ohne saubere Einwilligung und Datenschutzerklärungen, die nicht zur Seite passen. Direkt danach kommen kaputte Mobildarstellungen und veraltete WordPress-Installationen. Alle drei Kategorien bleiben oft jahrelang unbemerkt, weil der Inhaber seine eigene Seite selten aus Kundensicht besucht.
Ist ein schlechter PageSpeed-Score ein Grund zur Panik?
Nein. Der Score ist ein Laborwert und kein Urteil über Ihre Website, entscheidend ist die tatsächlich erlebte Ladezeit Ihrer Besucher. Eine Seite mit mittlerem Score, die sich schnell anfühlt, ist besser als eine optimierte Seite ohne verständliche Inhalte. Erst wenn wichtige Inhalte spürbar träge erscheinen, besteht Handlungsbedarf.
Was unterscheidet den kostenlosen Website-Check von diesem Selbst-Check?
Der Selbst-Check zeigt Ihnen die offensichtlichen Probleme, mein Check geht in die Tiefe: Ich prüfe die sechs Felder systematisch, auch die technischen Details wie Datenflüsse, Verschlüsselung und Indexierung, und Sie bekommen innerhalb von 48 Stunden einen schriftlichen Bericht mit priorisierten Empfehlungen. Kostenlos ist er, weil er für beide Seiten der beste Gesprächseinstieg ist: Sie sehen, wie ich arbeite, bevor Sie irgendetwas beauftragen.
Meine Website ist über zehn Jahre alt. Lohnt sich da ein Check überhaupt noch?
Gerade dann. Der Check zeigt, ob sich einzelne Reparaturen noch lohnen oder ob ein Neustart wirtschaftlicher ist. Bei sehr alten Seiten ist der Neustart oft günstiger als gedacht: Im Mietmodell gibt es eine moderne, sichere Website ab 19 Euro im Monat, ohne große Einmalinvestition.