Es gibt ein Muster in meiner Arbeit: Ein Unternehmen meldet sich nicht, weil es ein neues Projekt starten will, sondern weil etwas nicht geklappt hat. Die Agentur liefert nach Monaten nicht, der Freelancer ist nicht mehr erreichbar, die Website läuft, aber niemand weiß, wo die Zugangsdaten sind. In solchen Situationen nenne ich mich manchmal den Scherbenaufheber, nicht weil ich besser bin, sondern weil mir Aufräumen und Weitermachen vertraut ist.
Was typischerweise schiefläuft
- Die Kommunikation bricht ab: Antworten kommen später, dann kaum noch, der Kunde resigniert
- Die Übergabe fehlt: kein Login, kein Handbuch, der Kunde hängt für jede Änderung am Dienstleister
- Das System passt nicht: ein überdimensioniertes CMS für eine kleine Firmenseite, zu teuer in Pflege und Lizenz
- Offene Enden: Texte, Freigaben, Druckdaten warten aufeinander, das Projekt schläft ein
Was ich tue, wenn ich übernehme
Zuerst eine ehrliche Bestandsaufnahme: Welche Zugänge gibt es, was funktioniert, wo steht das Projekt wirklich? Vieles liegt verstreut oder undokumentiert, von Domains über Hosting bis zu Backups. Dann das wichtigste Gespräch: Was brauchen Sie wirklich in den nächsten zwölf Monaten, unabhängig davon, was vorher vorgeschlagen wurde? Das alles ohne Vorwurf, denn das bringt niemandem etwas.
Warum solche Projekte oft besser werden
Es klingt paradox, aber Übernahmen entwickeln häufig eine besondere Dynamik: Wer einmal erlebt hat, was schlecht läuft, schätzt umso mehr, wenn es anders läuft. Das Vertrauen, das so entsteht, ist stabiler als bei Neukunden. Viele meiner langfristigen Kunden kamen genau so zu mir. Wenn Ihr Projekt feststeckt: zuerst sichern, was zu sichern ist, dann ehrlich fragen, was Sie wirklich brauchen. Das erste Gespräch ist kostenlos.
