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Typografie-Grundregeln: 8 Prinzipien für lesbare Texte

Gute Typografie fällt nicht auf, sie ermöglicht Lesbarkeit. Schlechte fällt auf und schreckt Leser ab. Diese 8 Regeln machen den Unterschied.

Setzkasten mit Bleilettern und gedruckten Typografie-Postern in einer Werkstatt

Typografie ist das unsichtbare Gerüst jedes Design-Projekts. Ist sie gut, fällt sie nicht auf. Ist sie schlecht, spüren das alle, auch Menschen, die nicht sagen können, warum. Diese acht Regeln bringen den größten Hebel.

  • Zeilenlänge: 45 bis 75 Zeichen pro Zeile. Kürzere wirken hektisch, längere ermüden. Im Web hilft eine Breite um 65ch.
  • Zeilenabstand: das 1,4- bis 1,6-Fache der Schriftgröße. Bei 16 px Fließtext also etwa line-height 1,5.
  • Hierarchie mit maximal drei Größenebenen (Überschrift, Zwischenüberschrift, Fließtext) und deutlichem Sprung dazwischen.
  • Schriftstärke schlägt Schriftgröße: ein fettes Wort lenkt den Blick oft wirksamer als ein größeres.
  • Höchstens zwei Schriften pro Projekt, im Zweifel eine Schrift in mehreren Gewichten.
  • Kerning bei Überschriften prüfen, Großbuchstaben-Labels leicht sperren (Tracking), Fließtext nie sperren.
  • Kontrast beachten: mindestens 4,5:1 für normalen Text, sonst leidet die Lesbarkeit unabhängig vom Look.
  • Optisch ausrichten statt nur mechanisch: zentrierte Überschriften nach Augenmaß nachjustieren.

Die häufigsten Fehler

  • Schrift zu klein: für Fließtext am Bildschirm nie unter 15 px, besser 16 bis 18 px
  • Zu wenig Weißraum: Text braucht Luft, Abstände sind ein Lesbarkeits-Werkzeug, keine Verschwendung
  • Falsche Anführungszeichen: die typografischen Zeichen verwenden, nicht die geraden Zoll-Zeichen
  • Fehlende Silbentrennung: bei langen deutschen Wörtern in engen Spalten hyphens auto setzen

Typografie ist Handwerk. Sie lernt sich durch Beobachtung und Praxis, und sie zahlt direkt auf Ihre Website ein. Wie ein konsistentes System daraus wird, lesen Sie unter Was ist ein Designsystem.

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Carlo Krämer · ausgebildeter Mediengestalter Digital und Print (IHK)