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SPF-Eintrag: warum Ihre Mails ohne Absenderschutz im Spam landen

Gmail, Yahoo und Microsoft lehnen Mails ohne sauberen Absenderschutz inzwischen ab. Was SPF ist, warum der Markt das erzwingt, wie Betrüger offene Domains ausnutzen und wie Sie Ihre Domain abdichten.

Dieser Beitrag gibt allgemeine Informationen und ersetzt keine Rechtsberatung.

Laptop mit Mailprogramm und grünem Schutzschild, daneben ein Stapel Briefumschläge, der oberste rot durchgestrichenKI-Symbolbild

Ein SPF-Eintrag ist eine kurze Zeile in den DNS-Einstellungen Ihrer Domain. Sie legt fest, welche Server Mails mit Ihrer Absenderadresse verschicken dürfen. Fehlt sie oder ist sie falsch, landen Ihre Angebote und Rechnungen im Spam, und Betrüger können Mails in Ihrem Namen verschicken. Seit Google, Yahoo und Microsoft ihre Regeln verschärft haben, ist SPF zusammen mit DKIM und DMARC keine Kür mehr, sondern Voraussetzung dafür, dass Mails überhaupt ankommen.

Das Wichtigste in Kürze

  • SPF (Sender Policy Framework) listet die Server auf, die für Ihre Domain senden dürfen. Der Empfänger prüft das bei jeder eingehenden Mail.
  • SPF allein reicht nicht. Erst mit DKIM (digitale Signatur) und DMARC (Regel, was mit gefälschten Mails passiert) ist eine Domain wirklich abgesichert.
  • Gmail und Yahoo verlangen das seit Februar 2024, Microsoft weist Massenmails ohne diese Einträge seit Mai 2025 ab, Gmail verschärft die Durchsetzung seit November 2025.
  • Von den 250 umsatzstärksten deutschen Unternehmen hatten im August 2026 nur 55 Prozent eine wirksame DMARC-Regel, 12 Prozent gar keine.
  • Auch eine Domain, die nie Mails verschickt, braucht Schutz: sonst ist sie ideal für Betrüger.

Was ist SPF, einfach erklärt?

Stellen Sie sich vor, jeder könnte einen Brief mit Ihrem Firmenlogo und Ihrer Absenderadresse in den Briefkasten werfen. Genau so funktioniert E-Mail ursprünglich: Die Absenderadresse ist nur ein Textfeld, das jeder ausfüllen kann. SPF ist die Liste an der Haustür, auf der steht, welche Boten wirklich für Sie unterwegs sind. Der empfangende Mailserver schaut bei jeder Mail nach, ob der einliefernde Server auf dieser Liste steht.

Technisch ist SPF ein TXT-Eintrag im DNS Ihrer Domain. Er beginnt immer mit v=spf1, danach folgen die erlaubten Absender, zum Beispiel Ihr Mailanbieter, Ihr Newsletter-Dienst oder der Webserver, der Ihre Kontaktformular-Mails verschickt. Am Ende steht eine Anweisung, was mit allen anderen passieren soll. Genau dieses Ende entscheidet, ob der Eintrag schützt oder nur Dekoration ist.

Ende des SPF-EintragsBedeutungMeine Einschätzung
-allAlle anderen Server sind nicht erlaubt.Klare Ansage, richtig, sobald alle echten Absender eingetragen sind.
~allAlle anderen sind verdächtig, aber nicht verboten (Softfail).Üblich und in Ordnung, wenn DMARC dahinter mit quarantine oder reject arbeitet.
?allKeine Aussage über andere Server.Schützt praktisch nicht, sollte ersetzt werden.
+allJeder Server der Welt darf in Ihrem Namen senden.Gefährlich. Das ist eine offene Einladung an Fälscher.

SPF, DKIM und DMARC: warum es alle drei braucht

SPF hat eine Schwäche: Es prüft nur den Server, der die Mail technisch einliefert, nicht die Adresse, die Ihre Kunden im Postfach sehen. Ein Fälscher kann also eine Mail über seinen eigenen, korrekt eingerichteten Server schicken und trotzdem Ihren Namen in das sichtbare Absenderfeld schreiben. Deshalb gibt es zwei Ergänzungen.

  • DKIM setzt eine digitale Signatur in jede Mail. Der Empfänger prüft sie mit einem öffentlichen Schlüssel aus Ihrem DNS. Wird die Mail unterwegs verändert oder stammt sie nicht von Ihnen, passt die Signatur nicht.
  • DMARC verbindet beides mit der sichtbaren Absenderadresse und legt fest, was mit Mails passiert, die durchfallen: nichts (p=none), Spam-Ordner (p=quarantine) oder Ablehnung (p=reject). Dazu kommen Berichte, die Ihnen zeigen, wer in Ihrem Namen sendet.

Warum der Markt das jetzt erzwingt

Jahrelang war Absenderschutz eine Empfehlung, die viele ignoriert haben. Das hat sich geändert, und zwar nicht durch ein Gesetz, sondern durch die großen Postfachanbieter. Wer Gmail, Yahoo oder Outlook nicht erreicht, erreicht einen großen Teil seiner Kunden nicht. Damit haben drei Unternehmen faktisch einen Standard für alle gesetzt.

Wie die großen Anbieter die Regeln verschärft haben

  1. Februar 2024Gmail und Yahoo verlangen Authentifizierung

    Wer an private Gmail-Adressen schreibt, muss mindestens SPF oder DKIM einrichten. Wer rund 5.000 Mails am Tag oder mehr verschickt, braucht SPF, DKIM und DMARC sowie eine Abmeldung mit einem Klick. Yahoo zieht mit vergleichbaren Regeln nach.

  2. 5. Mai 2025Microsoft folgt bei Outlook, Hotmail und Live

    Domains mit mehr als 5.000 Mails am Tag an Outlook.com-Adressen brauchen SPF, DKIM und DMARC. Nicht konforme Mails werden laut mehreren Fachquellen mit dem Fehler 550 5.7.515 abgewiesen.

  3. November 2025Gmail zieht die Durchsetzung an

    Google kündigt an, nicht konforme Mails verstärkt vorübergehend oder dauerhaft abzulehnen, statt sie nur in den Spam zu sortieren.

Die Grenze von 5.000 Mails klingt nach Großversender. Die Regel für alle Absender, also mindestens SPF oder DKIM, gilt aber auch für den Handwerksbetrieb, der drei Angebote am Tag verschickt. Dazu kommt ein Effekt, den viele unterschätzen: Die Spamfilter bewerten Domains ohne Absenderschutz schlechter, egal wie wenig sie senden. Eine Rechnung, die im Spam landet, wird nicht bezahlt, und ein Angebot, das nicht ankommt, wird nicht angenommen.

Wie gut sind deutsche Unternehmen aufgestellt?

DMARC-Stand der 250 umsatzstärksten deutschen Unternehmen (August 2026)
  • p=reject: Fälschungen werden abgewiesen40 %
  • p=quarantine: Fälschungen landen im Spam15 %
  • p=none: nur beobachten, kein Schutz18 %
  • Fehlerhaft oder nicht nach Empfehlung eingerichtet15 %
  • Gar kein DMARC-Eintrag12 %

Quelle: dmarcian, Auswertung der Hauptdomains der 250 umsatzstärksten deutschen Unternehmen, veröffentlicht 18.08.2026. Von den gefundenen Fehlern betrafen laut dmarcian 55 Prozent den SPF-Eintrag.

Wenn schon bei den größten Unternehmen fast die Hälfte keinen wirksamen Schutz hat, sieht es bei kleinen Betrieben in der Regel nicht besser aus. Weltweit ist der Abstand noch größer: Eine Auswertung von DMARCguard über 5,5 Millionen Domains fand im Februar 2026 bei 30,4 Prozent überhaupt einen DMARC-Eintrag und nur bei 12,8 Prozent eine Regel, die Fälschungen tatsächlich stoppt.

DMARC weltweit: vorhanden ist nicht gleich wirksam (5,5 Mio. Domains, Februar 2026)
  • Domains mit DMARC-Eintrag30,4 %
  • Davon mit wirksamer Regel (quarantine oder reject)12,8 %
  • Domains ohne DMARC-Eintrag69,6 %

Quelle: DMARCguard, Email Authentication Research 2026. Die Grundgesamtheit ist eine andere als bei der deutschen Auswertung, die Zahlen sind deshalb nicht direkt vergleichbar.

Was passiert, wenn Ihre Domain offen ist

Im Oktober 2026 hatte ich einen Fall, der das gut zeigt. Ein Betrieb bekam Anrufe von Leuten, die auf ein Angebot reagierten, das er nie verschickt hatte. Absender war seine eigene Adresse, Logo und Ton passten. Die Domain hatte weder eine strenge SPF-Regel noch DMARC, für die Betrüger war das die einfachste Tür. Solche Fälschungen zielen fast immer auf Geld: geänderte Kontonummern auf Rechnungen, Vorkasse für Aufträge, die es nicht gibt, oder Links zu gefälschten Anmeldeseiten.

Die häufigsten SPF-Fehler aus meiner Praxis

Das ist sinnvoll

  • Genau einen SPF-Eintrag pro Domain anlegen und alle echten Absender darin sammeln
  • Postfach, Webserver, Newsletter-Dienst, CRM und Buchhaltungssoftware mitdenken
  • DMARC mit einer Adresse für Berichte einrichten und die Berichte auch lesen
  • Nach jedem Anbieterwechsel den SPF-Eintrag anpassen

Das besser nicht

  • Zwei SPF-Einträge anlegen, dann sind laut Standard beide ungültig
  • Mit +all oder ?all enden
  • Mehr als zehn DNS-Abfragen über include-Angaben verketten, das bricht die Prüfung ab
  • DMARC dauerhaft auf p=none stehen lassen und das für Schutz halten

Der Fehler mit den zwei Einträgen ist der Klassiker. Er entsteht fast immer, wenn ein neuer Dienst eingerichtet wird, etwa ein Newsletter-Tool, und dessen Anleitung sagt: Legen Sie diesen SPF-Eintrag an. Wer das wörtlich nimmt, hat danach zwei, und der Empfänger wertet beide als Fehler. Richtig ist, den neuen Dienst in den bestehenden Eintrag einzufügen.

So prüfen und reparieren Sie Ihre Domain

  • 1. Ist-Stand prüfen: Mit einem kostenlosen Prüfwerkzeug wie dem SPF- und DMARC-Check von MXToolbox sehen Sie in Sekunden, ob Einträge vorhanden und gültig sind.
  • 2. Alle Absender sammeln: Wer verschickt Mails mit Ihrer Domain? Postfach, Kontaktformular, Shop, Newsletter, Rechnungsprogramm, Terminbuchung, CRM.
  • 3. SPF zusammenführen: Ein einziger Eintrag mit allen Absendern, am Ende ~all oder -all.
  • 4. DKIM einschalten: Bei den meisten Mailanbietern und Newsletter-Diensten ist das ein Schalter plus ein DNS-Eintrag, den der Anbieter vorgibt.
  • 5. DMARC anlegen: Mit Berichtsadresse beginnen. Wenn die Berichte zeigen, dass alle echten Mails durchkommen, auf quarantine und später auf reject umstellen.
  • 6. Unbenutzte Domains abdichten: v=spf1 -all und p=reject, fertig.

Wichtig: Die Verantwortung für die DNS-Einträge trägt der Inhaber der Domain, also in der Regel Sie selbst oder Ihr Unternehmen, auch wenn ein Dienstleister die Einträge setzt. Lassen Sie sich nach jeder Änderung bestätigen, was eingetragen wurde, und heben Sie diese Bestätigung auf. Wie DNS, Domain und Zertifikat grundsätzlich zusammenhängen, habe ich im Beitrag DNS, Domain und SSL einfach erklärt beschrieben.

Ein fehlender SPF-Eintrag kostet nichts, bis er plötzlich sehr viel kostet. Die Einrichtung dauert meist weniger als eine Stunde. Den Schaden einer gefälschten Rechnung mit Ihrem Namen bekommen Sie dagegen nicht mehr zurück.
Carlo Krämer, Mediengestalter (IHK), CarloMedia

Sie wollen das nicht selbst im DNS einstellen? Bei meiner Website-Betreuung prüfe ich SPF, DKIM und DMARC aller Domains mit und gleiche sie ab, sobald ein neuer Dienst dazukommt. Für einen einmaligen Check schreiben Sie mir über die Kontaktseite.

Dieser Beitrag gibt technische Hinweise nach bestem Wissen zum Stand 22. Oktober 2026 und ersetzt keine Rechtsberatung. Die Regeln der Postfachanbieter können sich ändern, maßgeblich sind jeweils deren aktuelle Vorgaben.

Quellen und weitere Informationen

  1. Google: Häufige Fragen zu den Richtlinien für E-Mail-Absender
  2. Yahoo: Sender Best Practices
  3. Microsoft: Strengthening Email Security, Outlook's New Requirements for High-Volume Senders
  4. dmarcian: DMARC Adoption in Germany 2026
  5. DMARCguard: Email Authentication Research 2026
  6. RFC 7208: Sender Policy Framework (SPF)

Häufige Fragen

Wie sehe ich, ob meine Domain einen SPF-Eintrag hat?

Am einfachsten mit einem kostenlosen Prüfwerkzeug wie dem SPF-Check von MXToolbox: Domain eingeben, Ergebnis lesen. Alternativ sehen Sie in der DNS-Verwaltung Ihres Domain-Anbieters nach einem TXT-Eintrag, der mit v=spf1 beginnt. Finden Sie zwei solche Einträge, ist das bereits ein Fehler, der behoben werden sollte.

Reicht ein SPF-Eintrag, um gefälschte Mails zu verhindern?

Nein. SPF prüft nur den einliefernden Server, nicht die Adresse, die Ihre Kunden im Postfach sehen. Erst DMARC verbindet die Prüfung mit dem sichtbaren Absender und sagt dem Empfänger, Fälschungen abzulehnen oder in den Spam zu sortieren. Zusammen mit DKIM ergibt das den Schutz, den Gmail, Yahoo und Microsoft heute erwarten.

Ich verschicke nur wenige Mails. Betreffen mich die Regeln von Gmail und Microsoft?

Die strengsten Regeln gelten ab rund 5.000 Mails am Tag. Gmail verlangt aber von allen Absendern an private Adressen mindestens SPF oder DKIM. Außerdem bewerten Spamfilter Domains ohne Absenderschutz grundsätzlich schlechter, unabhängig von der Menge. Und vor Fälschern schützt Sie DMARC auch dann, wenn Sie selbst kaum senden.

Was ist der Unterschied zwischen ~all und -all?

Mit -all sagen Sie, dass alle nicht genannten Server verboten sind. Mit ~all gelten sie als verdächtig, die Entscheidung bleibt beim Empfänger. In Verbindung mit einer wirksamen DMARC-Regel ist ~all üblich und in Ordnung. Für Domains, die nie Mails verschicken, ist -all die richtige Wahl.

Kann ein falscher SPF-Eintrag meine eigenen Mails blockieren?

Ja. Fehlt ein echter Absender im Eintrag, etwa der Webserver Ihres Kontaktformulars oder Ihr Newsletter-Dienst, fallen dessen Mails durch die Prüfung. Mit DMARC auf reject werden sie dann abgewiesen. Deshalb sammeln Sie vorher alle Absender und stellen DMARC schrittweise von none über quarantine auf reject um.

Was mache ich mit Domains, die ich nur für die Website nutze?

Auch die brauchen Schutz, gerade weil sie niemand beobachtet. Tragen Sie einen SPF-Eintrag v=spf1 -all und einen DMARC-Eintrag mit p=reject ein. Damit erklären Sie allen Empfängern, dass von dieser Domain keine echten Mails kommen. Verschickt Ihr Kontaktformular über diese Domain doch Mails, muss der Webserver stattdessen in den SPF-Eintrag.

Wer ist verantwortlich, wenn über meine Domain gefälschte Mails verschickt werden?

Verantwortlich für die DNS-Einträge ist der Inhaber der Domain, der im Impressum steht, auch wenn ein Dienstleister sie technisch setzt. Ob und wie weit daraus eine Haftung entsteht, ist eine Rechtsfrage, die ich nicht beurteilen kann und darf. Sinnvoll ist in jedem Fall, den Absenderschutz einzurichten und zu dokumentieren, und bei einem Vorfall Betroffene zu warnen und Anzeige zu erstatten.

Wie lange dauert es, bis ein neuer SPF-Eintrag wirkt?

Meist wenige Minuten bis einige Stunden, je nachdem, wie lange DNS-Einträge bei Ihrem Anbieter zwischengespeichert werden. In seltenen Fällen kann es bis zu 48 Stunden dauern. Prüfen Sie nach der Änderung mit einem Prüfwerkzeug, ob der neue Eintrag sichtbar und gültig ist, bevor Sie DMARC verschärfen.

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Carlo Krämer · ausgebildeter Mediengestalter Digital und Print (IHK)